Berufseinstieg als LehrerIn – Mit diesen 5 Tipps meisterst du das erste Schuljahr

Berufseinstieg als LehrerIn – Mit diesen 5 Tipps meisterst du das erste Schuljahr
Tipps für den Berufseinstieg

Mit meinen folgenden 5 Tipps erleichterst du deinen Berufseinstieg als LehrerIn. So kannst du dich auf dein erstes Schuljahr im Lehrberuf vorbereiten.

Tipps für AnfängerInnen im Lehrberuf

Du hast dein Lehramtsstudium absolviert und dein Referendariat erfolgreich beendet? Sehr gut! Eine Stelle als LehrerIn an einer Schule ist dir bereits sicher? Herzlichen Glückwunsch! Einem erfolgreichen Berufseinstieg als LehrerIn steht also nichts im Wege.

Nichts steht dir im Weg, außer die Panik, die dich packt, wenn du daran denkst, nach den Ferien ins Berufsleben zu starten. Du fragst dich, wie du nur das erste Schuljahr überleben sollst, wo du doch bisher kaum praktische Erfahrung gesammelt hast?

Ich selbst habe diese Situation vor drei Jahren nicht nur durchlebt, sondern sogar erfolgreich überlebt. Meine Erfahrungen möchte ich nun gerne mit dir teilen. Ich habe hier 5 nützliche Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen können, das erste Jahr als Anfänger im Lehrberuf zu überstehen.

Tipp 1: Ansprechpartner im Kollegium finden

Um den Berufseinstieg erfolgreich zu meistern, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen zu suchen sowie zu pflegen. Dabei ist es dir selbst überlassen, wie intensiv du diese Kontakte unterhältst. Auch wenn du normalerweise den Einzelkämpfermodus bevorzugst, kannst du von einem hilfsbereiten Kollegium profitieren, indem du:

  • AnsprechpartnerInnen findest, die dir bei jeglichen Fragen Hilfestellungen bieten,
  • gemeinsam mit ihnen Unterricht vorbereitest oder sogar durchführst, um so die Belastung für dich zu minimieren,
  • ein, zwei oder mehrere offene Ohren findest, bei denen du kurzfristig deinen Frust über eine misslungene Stunde abladen kannst und
  • interessante sowie markante Persönlichkeiten kennenlernst.

Wie hilfreich die Zusammenarbeit mit KollegInnen sein kann, habe ich bereits in meinem Beitrag über meine Back-to-School-Tipps erwähnt (Du kannst an dieser Stelle gerne noch einmal nachlesen).

Tipp 2: Die Schule kennenlernen

Dieser Punkt wird dir leichter fallen, falls du bereits erste Kontakte im Kollegium geknüpft hast. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit findest du dich als BerufseinsteigerIn an einer dir noch unbekannten Schule wieder. Aber auch wenn du deinen neuen Arbeitsplatz bereits aus dem Referendariat kennst, kannst du dich an folgenden Hinweisen orientieren:

Lerne die Struktur und Organisation deiner Schule kennen

  • Aus welchen Personen setzt sich die Schulleitung zusammen? Existieren eventuell Abteilungsleitungen, Fachbereichsleitungen oder Fachleitungen?
  • Wer sind Deine Ansprechpartner im Sekretariat und wie kannst Du sie telefonisch oder per E-Mail erreichen?
  • Welchen fachlichen Schwerpunkt oder welche Ausrichtung weist die Schule auf?
  • Wie viele Klassen werden etwa in wie vielen Jahrgängen unterrichtet?
  • Wo befinden sich die Lehrerzimmer, Klassenräume und die Toiletten?

Mache dich mit den technischen Möglichkeiten deiner Schule vertraut

Gerade im Zuge der Corona-Pandemie und der zunehmenden Digitalisierung von Schule und Unterricht gewinnen die folgenden Fragen immer stärker an Bedeutung:

  • Wie kommunizieren die Kollegen untereinander? Erhältst du einen Schul-E-Mail-Account? Nutzt deine Schule weitere technische/digitale Dienste z.B. zur Stundenplanverwaltung oder zur Fehlzeitenkontrolle?
  • Existieren an deiner Schule Smartboards oder PCs sowie Beamer in den Klassenräumen?
  • Gibt es einen WLAN-Zugang, den du nutzen kannst?
  • Hast du die Möglichkeit einen PC-Arbeitsplatz zu nutzen?
  • Wo, wie und evtl. zu welchen Konditionen kannst du Dokumente ausdrucken und vervielfältigen?

Beschäftige dich mit deinem zukünftigen Stundenplan

  • In welchen Klassen unterrichtest du welche Fächer?
  • Unterrichtest du in einem Fach mehrere Klassen parallel und kannst somit Vorbereitungszeit einsparen?
  • Bist du für Pausenaufsichten o.Ä. fest eingeteilt?
  • Wann beginnt und endet durchschnittlich dein Tag?

Tipp 3: Sich selbst organisieren

Da nun der Grundstein an Informationen gelegt ist, solltest du dir überlegen, wie du deinen Arbeitsalltag organisierst. Denn je nachdem in welchem Bundesland du unterrichtest oder ob du mit einer vollen oder Teilzeitstelle einsteigst, kann deine Zahl der Unterrichtsstunden, die du pro Woche hältst, variieren. Doch wie du sicherlich weißt, gehört zu deiner Arbeitszeit mehr als das „reine“ Unterrichten. Die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts werden gerade im ersten Berufsjahr vergleichsweise viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit folgenden Fragen kannst du dich diesbezüglich auseinandersetzen.

Wie kann ich mich zeitlich organisieren?

  • Möchtest du dir einen festen zeitlichen Rahmen für die Unterrichtsvorbereitung stecken oder alles auf dich zukommen lassen? Damit ist sowohl gemeint, wie viel Vorbereitungszeit du pro Unterrichtsstunde aufwenden willst, als auch zu welcher Zeit du die Stunde vorbereiten willst (am Vortag, am Wochenende oder eine längerfristige Planung).
  • Wie möchtest du die Nachbereitung einer Stunde organisieren? Zur Nachbereitung zähle ich hier vordergründig das Kontrollieren und Korrigieren von Tests, Klausuren o.Ä. Es stellt sich erneut die Frage, wann du dies durchführen möchtest (täglich oder nur am Wochenende). Auch hier kannst du erst einmal den Alltag auf dich zukommen lassen.

Wie kann ich mich räumlich organisieren?

Hier habe ich inzwischen selbst zwei verschiedene Konzepte ausprobiert, die Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Konzept A:
  • Du erledigst so viel wie möglich in der Schule und nimmst selten Arbeit mit nach Hause.
  • Grundvoraussetzung für diese Variante ist das Vorhandensein eines Arbeitsplatzes in der Schule.
  • Der klare Vorteil besteht darin, dass du Arbeit und Freizeit aufgrund der räumlichen Aufteilung sehr gut voneinander trennen kannst. Gerade zu Beginn kann es dir nämlich schwerfallen wirklich „Feierabend“ zu machen. Mit diesem Konzept fällt es dir wahrscheinlich leichter abzuschalten.
  • Ein möglicher Nachteil liegt darin, dass deine Arbeitstage durchaus sehr lang werden können und du dementsprechend spät nach Hause kommst.
Konzept B:
  • Du erledigst einen Großteil der Vor- und Nachbereitung zu Hause.
  • Dementsprechend brauchst du in den eigenen vier Wänden einen Ort, an dem du arbeiten kannst.
  • Vorteilhaft an dieser Variante ist, dass du mehr Zeit zu Hause verbringst und deine Arbeitszeit flexibel einteilen kannst (z.B. Nachtschichten). So kannst du deine natürlichen produktiven Phasen ideal ausnutzen.
  • Andererseits ist es bei diesem Konzept schwerer die Schule und somit die Arbeit auch Mal hinter sich zu lassen. Freizeit muss hier dann bewusst geplant werden, was sich als nachteilig erweisen kann.

Tipp 4: Den eigenen Unterricht organisieren

Zum Kerngeschäft deiner Tätigkeit als LehrerIn hast du dir bestimmt schon die meisten Gedanken gemacht. Gerade zum Thema Unterrichtsgestaltung und LehrerInnenpersönlichkeit findet man in der Fachliteratur viele Hinweise und Techniken. Ich möchte dir hier jedoch zusätzlich ein paar Fragen an die Hand geben, die sich speziell auf den Umgang mit deinen zukünftigen SchülerInnen beziehen:

  • Welche Verhaltensweisen (Begrüßung, allgemeine Umgangsformeln, Gesprächsregeln, Umgang mit dem Smartphone) erwartest du von deinen SchülerInnen?
  • Warum erwartest du bestimmte Verhaltensweisen (SchülerInnen werden häufig nach dem Grund einer Regel fragen)?
  • Bist du bereit dich selbst an diese Regeln zu halten oder vertrittst du die Auffassung, dass für dich als LehrerIn andere Regeln gelten?

Tipp 5: Den Perfektionismus zwischendurch beiseitelassen und einfach Spaß haben

So berauschend das Gefühl auch ist, eine Unterrichtsstunde perfekt vorbereitet und durchgeführt zu haben, genauso unrealistisch ist leider die Vorstellung, bei einer vollen Stelle jeder Unterrichtssequenz die gleiche uneingeschränkte Aufmerksamkeit widmen zu können. Zu dieser Erkenntnis wirst du wahrscheinlich früher oder später kommen.

Das heißt keinesfalls, dass eine intensiv geplante Unterrichtsstunde Zeitverschwendung ist. Ganz im Gegenteil: Sie ist ein wichtiger Aspekt deiner Arbeit als LehrerIn. Allerdings ist es auch vollkommen ok, manche Einheiten weniger zeitaufwendig vorzubereiten und auf bereits erstelltes Material aus dem Kollegium zurückzugreifen oder Unterrichtsmaterial zu kaufen. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden!

So kannst du dir deine Arbeitszeit effizienter einteilen und hast die Kraft sowie die Lust dich mit dem eigentlichen Kerngeschäft von uns LehrerInnen auseinanderzusetzen: dem Kontakt zu SchülerInnen und der Vermittlung von Kompetenzen.

Schlussgedanken

Wie du feststellen kannst, existieren einige hilfreiche Tipps, um den Berufseinstieg als LehrerIn zu meistern. Lass sie dir doch einfach Mal durch den Kopf gehen.

Falls du selbst das erste Jahr im Lehrberuf gemeistert hast, teile gerne deine Erfahrungen und Hinweise mit uns.

Hast du weitere Fragen, die dich zum Thema Berufseinstieg interessieren?

Bis dahin

Sabine

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